Hansewasser-Hallenbad wird an Werder verkauft

Das kleine Hansewasser-Hallenbad direkt am Stadionbad soll Ende September 2026 geschlossen werden. Nach Auffassung der Sportsenatorin ist das Bad nicht sanierungsfähig.

Wie die Zeit vergeht… Noch im WK vom 12. April 2012 war anlässlich der Wiedereröffnung des Hansewasser-Hallenbades durch den damaligen Sportsenator Mäurer zu lesen, dass nach aufwendiger Sanierung mit „Dämmung von Becken und Fassade“, neuer „Energie-, Heiz- und Wassertechnik“ und Einsparung „von ca. 100 Tonnen CO2“ wieder 50.000 Besucher/Jahr zu erwarten sind und das Bad laut Senator Mäurer eine „herausragende“ und „zentrale Rolle im Schul- und Schwimmsport“ spielen wird.

Ist das Bad innerhalb von 14 Jahren so marode geworden, dass es abgerissen werden muss? Mitglieder des Bremer Sportclubs (BSC) mit Expertise als Architekten und Bau-Ingenieure, sind überzeugt, dass dies – jenseits von überschaubaren Renovierungskosten – eine rein politische Entscheidung ist, um Geld einzusparen.

Neben Schulklassen und anderen Gruppen trainieren im Bad wöchentlich über 30 Gruppen des BSC. Der Verein hat auf allen Ebenen gegen die Schließung gekämpft, um Kindern, die mit dem Fahrrad selbständig zum Training kamen und den Oldies, die sich im Wasser fit hielten, im Stadtteil wohnortnahes Schwimmen zu ermöglichen.

Eigentlich hat Politik die Aufgabe, die Infrastruktur einer Stadtgemeinde zu pflegen und zu erhalten.

Natürlich hat das Hansewasser-Hallenbad keinen Wellness-Standard und ließe sich nur teuer barrierefrei umbauen. Es steht zwar nicht im Rampenlicht des Viertels, ist aber ein wichtiger Ort der Gemeinsamkeiten von Jung und Alt, Sportlern und Freizeitschwimmern, ein niedrigschwelliger Ort der Fitness und des Ausgleichs. Jetzt wird den Anwohnenden und den über 4600 Unterzeichnenden einer Petition das Bad genommenen, die Firma Werder Bremen übernimmt.